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04.04.2011 13:09 Uhr
Von Hadija Haruna
Der Hype um die Lästerseite "isharegossip.com" ebbt ab, doch das Thema bleibt auf der Agenda: Schüler setzen ihren Protest fort, Lehrer machen sich schlau - und die Bildungsverwaltung möchte Fortbildungen für Lehrpersonal sogar zur Pflicht zu machen.
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Unterrichtsausfall
Freitag, 1. April 2011 03:31 - Von Regina Köhler
Eltern, deren Kinder die Liebig-Sekundarschule in Neukölln besuchen, fordern, die Situation an Brennpunktschulen zu verbessern, damit wieder Lehrer an diesen Schulen arbeiten wollen. In einem Schreiben an die Bildungsstadträtin des Bezirks, Franziska Giffey (SPD), kritisieren sie einen dramatischen Unterrichtsausfall an ihrer Schule.
Fast die Hälfte der Lehrer könne wegen Krankheit oder anderer schulischer Verpflichtungen keinen Unterricht geben, heißt es. An manchen Tagen fiele für einige Klassen der Unterricht deshalb ganz aus. An den allermeisten Tagen falle punktuell Unterricht aus. "So kann es nicht weitergehen", sagt Andreas Seefeld, Sprecher der Gesamtelternvertretung.
Wie berichtet, hat der Schulleiter der Liebig-Schule die kritische Lage bestätigt und betont, dass er zwar Lehrer einstellen dürfe, aber niemanden finde, der an der Brennpunktschule arbeiten wolle.
Jürgen Schulte, Sprecher der Initiative Schulen in sozialen Brennpunkten, sagt, dass es vielen Brennpunktschulen so geht wie der Liebig-Schule. "Wir fordern deshalb bereits seit zwei Jahren, diese Schulen besser auszustatten. Die Lehrer dort müssen eine Ermäßigungsstunde pro Woche bekommen." Außerdem müsse festgelegt werden, dass Pädagogen nach einer fünfjährigen Dienstzeit an einer Brennpunktschule das Recht haben, sich versetzen zu lassen, wenn sie das wollten. Die hohen Anforderungen an Schulen in sozialen Brennpunkten führten zu einem hohen Krankenstand. Die Zahl der dauerkranken Kollegen sei ebenfalls höher als an anderen Schulen, so Schulte. Laut Lehrergewerkschaft GEW seien in Berlin gegenwärtig insgesamt mehr als 1500 Pädagogen dauerkrank. "Diese Entwicklung muss gestoppt werden", fordert Schulte.
Von der kommenden Woche an will jetzt auch der Landeselternausschuss mobil machen. Der Vorsitzende des Ausschusses, Günter Peiritsch, sagt, dass die Eltern eine grundsätzliche Erhöhung des Bildungsbudgets fordern. "Wir brauchen dringend eine bessere Personalausstattung." Unterrichtsausfall sei an vielen Schulen der Regelfall, das könne nicht mehr länger hingenommen werden. Die Eltern seien entsetzt darüber gewesen, dass ein Drittel der Schulen mit fehlenden Lehrern in das Schuljahr starten musste. Dass es dann noch nicht einmal zum zweiten Schulhalbjahr klappte, alle fehlenden Lehrer einzustellen, habe die Unzufriedenheit noch verstärkt. Während der Protestaktionen will der Landeselternausschuss rote Karten an Schulen verteilen, an denen die Situation nach wie vor dramatisch ist und viel Unterricht ausfällt. "Wir werden den verantwortlichen Politikern keine Ruhe mehr lassen", kündigte Peiritsch an.
Paul Schuknecht, Vorsitzender der Vereinigung der Berliner Schulleiter, geht indes davon aus, dass Bildungssenator Jürgen Zöllner (SPD) das Ausmaß des Fachlehrermangels falsch einschätzt. "Das ist weit schlimmer, als der Senator es wahrhaben will", sagt er. Als Schulleiter der Friedensburg-Sekundarschule versuche er seit Januar, zwei Stellen zu besetzen, finde aber keine geeigneten Lehrkräfte. "Wir brauchen einen Mathematiklehrer und einen Sonderpädagogen", so Schuknecht. Gegenwärtig versuche er, den Unterricht mit Vertretungskräften abzudecken. Außerdem werde Teilungsunterricht gestrichen, auch Arbeitsgemeinschaften könnten nicht stattfinden. Auf diese Weise komme man über die Runden.
Schuknecht hofft jetzt, für das kommende Schuljahr zwei Referendare einstellen zu können, die bereits an seiner Schule sind und ihre Ausbildung dann abgeschlossen haben werden. Der Schulleiter plädierte zudem dafür, es Schulen leichter zu machen, Quereinsteiger einzustellen.
Die Vereinigung der Berliner Schulleiter unterstützt angesichts der prekären Lage an vielen Schulen den Streikaufruf der Lehrergewerkschaft GEW. Die Gewerkschafter fordern, dass Kollegen ab einem Alter von 55 Jahren eine Stunde weniger unterrichten sollen. Lehrer, die älter als 60 Jahre sind, sollen pro Woche zwei Stunden weniger halten müssen. Darüber hinaus soll neu über die Möglichkeit von Altersteilzeit nachgedacht werden. Die war 2003 abgeschafft worden. "Wir brauchen dringend eine Arbeitszeitreduzierung für ältere Kollegen", sagt Schuknecht. Nur so könnten der hohe Krankenstand und die hohe Zahl der dauerhaft kranken Lehrkräfte verringert werden. Wichtig ist es laut Schuknecht auch, Lehrer an Brennpunktschulen zu entlasten. An diesen Schulen müsse viel häufiger mit zwei Lehrern pro Klasse gearbeitet werden. Auch sei es dringend geboten, mehr Sozialpädagogen einzustellen, die die Schüler unterstützen, und Beratungsangebote für Lehrkräfte zu schaffen. "Diese Maßnahmen würden auch für die Neuköllner Liebig-Schule eine gute Lösung sein", sagt der Vorsitzende der Schulleitervereinigung.
"Lehrer an Schulen in sozialen Brennpunkten brauchen Entlastung"
http://www.morgenpost.de/printarchiv/berlin/article1594896/Wir-lassen-den-Politikern-keine-Ruhe.html
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04.04.2011 07:39 Uhr
Von Susanne Vieth-Entus
Losverfahren für Oberschulen Stresstest nach der Klassenlotterie
Am Freitag sollen alle 27 000 Bescheide an die künftigen Siebtklässler verschickt werden, deren Eltern ihre Kinder für einen Platz an Berlins Oberschulen angemeldet haben. Rigide Härtefallauslegungen könnte dabei Klagen provozieren.