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„Lehrer mit schwierigen Schülern müssten besser verdienen“ |
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Der frühere Kultuspolitiker Wolfgang Nowak über die Gehaltsstruktur im Schulwesen, ein Bundesschulgesetz und die Linie der CDU Herr Nowak, Sie waren Anfang der 90er Jahre in Sachsen mitverantwortlich für die Einführung des zweigliedrigen Schulsystems. Wie kam es damals dazu? Wir wollten und konnten der Bevölkerung nicht das westdeutsche System überstülpen, weder die Dreigliedrigkeit mit der Hauptschule noch die Gesamtschule. Wir wollten einen Weg finden, der auf den Verhältnissen in Sachsen aufbaut und gleichzeitig in die Zukunft weist. Entscheidend war auch, eine hohe Durchlässigkeit zum Gymnasium zu erreichen. Bei der Mittelschule haben wir uns von Schweizer Vorbildern, der „scuola media“ zum Beispiel im Tessin, anregen lassen. Und wir ließen uns von Fachleuten des Kantons und der Universität Zürich beraten. An der Bezahlung der Lehrer kann es nicht liegen, dass die Schulen derzeit in der Kritik sind, denn die ist relativ gut ...
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Interview: Willkommen in der Realität |
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Herr Buschkowsky, noch vor einiger Zeit wäre es undenkbar gewesen, dass Eltern aus dem linksalternativen Spektrum mit Blick auf den Nichtdeutschen Herkunft-Anteil von „umgekippten Klassen“ sprechen. Was hat sich geändert?
Anders als früher wird heute offener gesprochen. Bisher wurde nach außen das hohe Lied der Solidarität mit den Migranten und anderen Unterdrückten gesungen, aber das eigene Kind heimlich woanders zur Schule angemeldet. Natürlich fand sich ganz zufällig gerade zur Einschulung in einem anderen Bezirk eine tolle Wohnung. Es war im linken Spektrum ehrenrührig, zuzugeben, dass an der eigenen Wohnungstür Schluss mit lustig ist. Heute höre ich schon selbstbewusste Feststellungen, dass man mit dem eigenen Kind nicht experimentiert – bis hin zu dem Satz: Mein Kind ist doch kein Integrationspionier. Wie kam es zu dieser neuen Offenheit?
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Zuletzt aktualisiert am Samstag, den 28. August 2010 um 12:32 Uhr |
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Neuer Vorstand, neue Meinung - Senator Zöllner kriegt unverhofft Unterstützung |
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Der Chef des Landeselternausschusses lobt die Schulreform - und oft auch den Bildungssenator. Für Günter Peiritsch steht fest: Die Schulreform ist eine gute Sache. Die Abschaffung des "Stigmas Hauptschule" verbessere die Zukunftschancen vieler Jugendlichen, sagte der Vorsitzende des Landeselternausschusses (LEA) am Freitag bei seiner ersten Pressekonferenz zu Beginn des neuen Schuljahres: "Ich widerspreche allen, die das Scheitern der Reform voraussagen." Dass es mit der Wahl Peiritschs im Elternausschuss neue Töne geben würde, war schon nach der Abwahl des alten Vorsitzenden im Mai dieses Jahres klar. André Schindler, der dem Gremium viele Jahre vorstand, hatte als unnachgiebiger Gegner der Schulreform zuletzt keine Mehrheit unter den Elternvertretern mehr finden können. Nun also der Neue, Peiritsch: Er gehe optimistisch in das neue Schuljahr, verkündete der LEA-Vorsitzende - und fand viel Lob für Schulsenator Jürgen Zöllner (SPD): Dessen neue Schülerdatenbank werde das Personalchaos an den Schulen verringern. Zöllner habe zudem "unter großem persönlichen Einsatz" bei der Finanzverwaltung durchgesetzt, Lehrer künftig nicht erst kurz vor Schuljahresbeginn, sondern schon im März einstellen zu können.
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Zuletzt aktualisiert am Sonntag, den 29. August 2010 um 17:26 Uhr |
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Schulwahl: Flucht vor Multikulti |
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Hätte Sarah geahnt, was auf sie zukommt, dann hätte sie den Mund gehalten. Vielleicht aus dem Fenster des Klassenzimmers geschaut, einfach nur die Vögel beobachtet und die vorbeiziehenden Wolken. Sie hätte diese Worte nicht ausgesprochen, nicht in dieser Klasse. Aber sie ahnte nicht, was auf sie zukommt. Deshalb sah sie nicht aus dem Fenster, sie hob den Finger und sagte diesen einen Satz: „Ich glaube nicht an Gott.“ Sarah besucht die vierte Klasse einer Kreuzberger Schule. Sie hat zwei Freundinnen: Marlene, eine Deutsche und Kia, eine Deutsch-Afrikanerin. Alle anderen kommen aus türkischen oder arabischen Familien. Wenn Sarah mit ihren beiden Freundinnen Arm in Arm über den Flur schlendert, wird sie schon mal als Lesbe beschimpft, daran hat sie sich gewöhnt. Aber seit diesem Satz – „Ich glaube nicht an Gott“ – hat das Mobbing von Seiten der großteils strenggläubigen Mitschülern zugenommen. Bald wechselt Marlene auf eine neue Schule – wegen des kürzeren Wegs, aber auch wegen der ausgewogeneren Zusammensetzung der Klassen. Auch Kia wird gehen. Nur Sarah bleibt zurück, als einzige Schülerin ohne Migrationshintergrund in der Klasse.
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